j wie journalist

May 10th, 2009

Das SZ-Magazin jeden Freitag in der gleichnamigen Zeitung ist sowieso meistens das Highlight der Leserwoche. Auch wenn ich seit einigen Ausgaben das “Gemischte Doppel” furchbar doll vermisse und mir deshalb sogar schon das gleichnamige Memory gekauft habe.

Aber dieses SZ-Magazin-Heft war ja wirklich besonders amüsant. Ein ganzes Alphabet über Journalisten, Blogs, Zeitungen und deren Zukunft, Auflagen und so weiter und so fort. Zwar hin und wieder  ziemlich oft redundant, blieb es trotzdem ein extrem erheiternder Kicherverursacher. War eindeutig die albernste Person im IC-Abteil.

Als angehende Journalistin hat es mir besonders die schmucke Tabelle über die Journalisten angetan. Mir doch egal, wenn die Insider ist. Die Süddeutsche hat sie schließlich auch gedruckt. Trotzdem.

vom leben gelernt

December 19th, 2008

Der Sommer kommt schneller, als man denkt! Mit dem ICE in den Weihnachtsheimaturlaub gefahren! Was für ein tolles Gefühl auf das Gleis außerhalb der Bahnhofshalle zu hetzen, durch die erste Klasse und das BordBistro zu wackeln und massenhaft Handtaschen mit Fensterplätzen, die zusammen mit verkniffenen Gesichtern verreisen. Was für ein Gefühl, was für eine Schienenlage. Aber schneller am Ziel als der Ersatz-IC war er auch nicht. Alles egal, Hauptsache Sommer. Die Sonne hat ja immerhin schön durch die Wolken gelugt.

so ein theater ums theater - der tragödie zweiter teil

February 23rd, 2007

Den letzten beißen die Hunde! Das dröhnt wohl allen Thüringer Theaterschaffenden noch im Ohr, deren neue Verträge mit dem Freistaat noch nicht unter Dach und Fach sind. Den letzten: das könnte das Weimarer DNT sein. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass eine Änderung her soll. Die Staatskapelle soll weg vom renommierten Nationaltheater und spielen für die Erfurter Oper.

Es ist ein Tauziehen. Ein Taktieren. Ein ewiges Hin und Her. Die Weimarer versuchen es mit der Aussitzen-Taktik. Und mit Unterschriftensammlungen, Sportveranstaltungen zum Erhalt unseres Theaters. Die Musiker der Staatskapelle ersinnen hingegen ganz andere Rettungsversuche. Den letzten beißen die Hunde!

So ist heute im Feuilleton der Thüringer Allgemeine zu lesen, dass sich die Staatskapelle in einem Brief an Ministerpräsident Dieter Althaus wendet: Wir sind Stars, holt uns hier raus! Soll das Theater doch gebissen werden. Das Orchester will dem Zwangweisen entgehen und biedert sich freiwillig an. In die Trägerschaft des Freistaates wollten sie, die Musiker der Staatskapelle. Bloß weg vom sinkenden Schiff DNT.

Damit scheinen die Würfel gefallen. Es scheint, als seien die hiesigen Theaterschaffenden nicht von den Hetzhunden des Kultus gebissen, sondern von ihren Vertrauten verraten worden. Was würde wohl Schiller ob solch eines Geschehens sagen? Sollte die Staatskapelle in die Trägerschaft des Landes übergehen, könnte das Tauziehen womöglich vorüber sein. Doch welchen Preis zahlen die Weimarer dafür? Henryk Goldberg macht klar, was man schon ahnt. Sicher kann auch Weimar auf die Staatskapelle zurückgreifen, aber sie wird vor allem in Erfurt eingesetzt. Und, was noch schlimmer ist: Das Weimarer Nationaltheater könnte seinen Status als mehrspartiges Haus für Schauspiel, Musiktheater und Staatskapelle verlieren. Ein Fusion der beiden Häuser wäre leichter. Den letzten beißen die Hunde!

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Nachtrag: Die Empörung von mehreren Seiten veranlasste Staatskapelle und DNT in der Weimarer Lokalausgabe der Thüringer Allgemeine nochmals Stellung zu nehmen. Und jetzt heißt es über den Brief an Althaus plötzlich:

DNT und Staatskapelle ließen offiziell erklären, dass es in diesem Jahr zwar ein Schreiben an den Thüringer Ministerpräsidenten gab. Allerdings wollten sie den Inhalt lediglich als Bitte verstanden wissen, “die Staatskapelle in ihrer jetzigen Qualität und Struktur zu erhalten”. Um eine Ausgliederung aus dem Theater sei es darin nicht gegangen.

die spinne

November 18th, 2006

Sie zappelt
sie krabbelt
kein vorwärts
kein rückwärts
gefangen, gehangen

Sie flucht
sie sucht
einen Ausweg
einen Rettungssteg
vergeben, festkleben

Sie fleht
sie steht
im Spinnennetz
das Grundgesetz
gefangen, gehangen

Sie weint
sie erscheint
eigener Feind
eigenes Leid
eigenes Netz
eigenes Gesetz
eigener Kleber
eigener Weber
falscher Schritt
falscher Tritt
festkleben
entleben
aufgeben

Sie rettet sich nicht
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(C) lebenslinien, 18.november.2oo6