August 3rd, 2009
Wenn wir schlafen nimmt uns das Leben
Menschen und Hoffnung und Zeit
und sind wir auch wachend
- ob weinend, ob lachend -
bekämpft uns die Ewigkeit
Diagnose unheilbar
die Angst wird unteilbar
und wird doch von allen geteilt
Schwarz sind die Tage
es war nur eine Frage
innerer Sicherheit
Wenn wir leben nimmt uns das Leben
Träume und Frieden und Sinn
selbst wenn wir erstarren
in Trauer verharren
der Schmerz weiß immer wohin
[für s.]
Tags:poesie
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October 2nd, 2008
Das ungesprochne Wort
erweist sich immer mehr
als größter Klotz des Alltags
Zuvor am gleichen Ort
geht bald heimlich einher
die starke Axt des Rückschlags
Schienen sich so nah
wie Zwillingsschwestern nur
klang nach Unendlichkeit
So unnahbar
war ihrer Grundnatur
immer nur Schweigen
nie ein kleiner Streit
Die Welt dreht weiter
nahm uns zwei auch mit
doch nicht im gleichgesinnten Boot
Der Riss wird breiter
ganz nah ist der Split
die Verbindung ist tot
statt lachend befreit
von den fesselnden Masken
durch diese entzweit
sie tragen die Lasten
wieder allein.
Tags:gedanken
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March 23rd, 2008
Der Sport soll unpolitisch sein,
wir setzen keine Zeichen.
Noch immer gilt:
Kein Wirtschaftsstress
wegen ein paar fremder Leichen!
Boykott - auch nur Olympia
gleicht einem Super-Gau.
Inzwischen gilt:
Der Reibach zählt!
Besänftigt Hu Jintao!
Wirtschaftssanktion?
Um Gottes Willen!
Sind Sie noch ganz bei Trost?
Schon lange gilt:
In China wird Nahwest
bemöbelt und behost.
Was sind uns Menschenrechtsverletzungen
im Vergleich zu leeren Möbelhausregalen
Schon immer gilt:
Wer Schwachen hilft,
muss für sie mitbezahlen.
Peking wird kein Moskau sein
und kein Los Angeles.
Noch immer gilt:
Wes Brot ich wegess,
in wes Turnschuh ich spring,
hat unser aller Freifahrtsschein
gepriesen sei Peking!
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December 3rd, 2007
Laß mich von keinen Hindernissen hören,
Die treuer Seelen Ehebund bedräun!
Lieb ist nicht Liebe, wenn sie Störer stören,
Wenn sie Zerstreuung irrend kann zerstreun.
O nein! sie ist ein ewig sichres Ziel,
Thront unerschüttert über Sturmeswogen;
Ein Angelstern für jeden irren Kiel;
Kein Höhenmaß hat seinen Wert erwogen.
Lieb ist kein Narr der Zeit, ob Rosenwangen
Auch ihrer sicher krumme Schneid umspannt:
In enger Stunden Lauf uneingefangen
Beharrt sie bis an Weltgerichtes Rand.
Wenn dies als Wahn, als Lüge sich ergibt,
So schrieb ich nie, so hat kein Mensch geliebt.
[w. shakespeare, übersetzung gottlob regis] Read the rest of this entry »
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July 16th, 2007
Einem Menschen Recht getan,
ist, was das Wetter niemals kann.
Wenn der Regen stetig fällt
-fast schon sintflutartig prasselt
sich der Himmel kaum erhellt
hat der Sommer es vermasselt
Wenn dann - quasi zur Versöhnung
wolkenlos die Sonne lacht
40 Grad als Sommerkrönung
wird sie madig uns gemacht
Hitze, Kälte, Dürre, Regen
alles ist uns zu extrem
all den Tropfnassen und Trägen
zwischen Schirm und Sonnencreme
Jammern leise
murren munter
grade wie’s dem Mob gefällt
Vergessen dabei
dann mitunter
wer das Wetter hat bestellt
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Vielen Dank für die Inspiration an Barbara …
(C) lebenslinien 2007
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June 7th, 2007
Ich hör immer nur “Neoliberalismus”
und “Weg mit dem Turbokapitalismus”
auf jeder Stirn ein riesiges “Dagegen”
doch wenn man sie fragt
weiß kaum einer weswegen.
Tausende pilgern nach Heiligendamm
die Polizisten steh’n überall stramm
und wieder müssen Pflastersteine fliegen
das Bundesverfassungsgericht beginnt
sich zu verbiegen
Acht Entscheider gegen die Andern
nicht mal mehr friedlich dürfen letztere wandern
in die eigenen Staatsbürger keinerlei Vertrauen
das Land mit der Mauer
hat jetzt einen Zaun
Was bleibt übrig nach drei Tagen G?
Wie ich’s auch wende und dreh
Es bleiben nur die hundert Millionen
die wir zahlen ohne Antworten
auf die Fragen, die sich lohnen
lassen wir zu, dass sie die Grundrechte
entthronen…
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April 6th, 2007
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen werde ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm
und ich kreise jahrtausendelang;
ich ich weiß noch nicht: Bin ich ein Falke, ein Sturm
oder bin ich ein großer Gesang.
[Rainer Maria Rilke]
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March 13th, 2007

Auf leisen Sohlen, sanft und verstohlen,
schleicht er heran, schleicht er sich an.
dann maunzt und dann tollt er -
tut so als wollt er
spielen mit mir, einmal kuscheln dafür.
Mit seinen Pfoten fängt er die Boten
der wärmeren Tage, dazu eine Klage.
Kann die Hummeln nicht fassen,
kann das Jagen nicht lassen.
Dann legt er sich schmollend ins Gras
und sonnt und träumt sich was.
(c) lebenslinien
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mehr morgen im garten
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February 19th, 2007
Ich sehe dem Himmel beim Blauwerden zu
zwischen uns kein Glas
der Wind hastet durchs Gras
und ich male der Sonne ein paar Wimpern hinzu
Wie leicht es fällt, einfach zu lachen
das Blau einzusaugen,
mit der Nase, mit den Augen
wegzudösen und im Licht aufzuwachen
Der gelbe Krokuss reckt auch sein Gesicht
und blinzelt ins Leben
ja, Frühling wird’s geben!
Wer andr’es sagt, dem glaub’ ich nicht.
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November 18th, 2006
Sie zappelt
sie krabbelt
kein vorwärts
kein rückwärts
gefangen, gehangen
Sie flucht
sie sucht
einen Ausweg
einen Rettungssteg
vergeben, festkleben
Sie fleht
sie steht
im Spinnennetz
das Grundgesetz
gefangen, gehangen
Sie weint
sie erscheint
eigener Feind
eigenes Leid
eigenes Netz
eigenes Gesetz
eigener Kleber
eigener Weber
falscher Schritt
falscher Tritt
festkleben
entleben
aufgeben
Sie rettet sich nicht
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(C) lebenslinien, 18.november.2oo6
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