Der anscheinend schlauste Bär der Welt ist tot. Erschossen - kaum dass das Abschussverbot aufgehoben wurde. Zufall? Wer kann das schon genau sagen.
Aber es erscheint doch erstaunlich, welch Hype und sicherlich auch welche Inszenierung um den Braunbär gemacht wurde. Da wurde dem armen Wanderer tatsächlich Absicht unterstellt, wenn er auf seinem Weg an Dörfern vorbei kam. Die Medien belegen Bruno nicht nur mit einem Namen, sondern auch mit Attributen wie “dreist” und “gerissen”. Weil er “seelenruhig” durch bayerische Orte spazierte. Was sollte er tun? Bei der deutschen Besiedlungsdichte ist es für ihn wohl schier unmöglich gewesen, solche Gefahrenzonen zu umgehen.
Doch wer war nun eigentlich gefährdet?! Da werden tote Schafe gefunden, die Bruno gerissen haben soll. Warum hat er sie dann nicht auch verspeist?! Und während der ganzen Aufenthaltsdauer waren solche Vorfälle doch eher selten. Was daraufhin deutet, dass der Bär sich wohl vor allem im Wald sein Futter beschafft hat. Wo war also die Bedrohung für die Menschen?
Hat er einen von ihnen angegriffen? Wie mir dünkt nein. Da werden viel mehr Menschen von ihrem vermeintlich besten Freund Hund angegriffen, verletzt, getötet. Der Braunbär lief hingegen einfach vor sich hin. Aber eben in Bayern. Und das passte vielen nicht. Wurde früher stets bemängelt, dass in Deutschland weder Bären und Wölfe zuhause sind, scheint der Fall Bruno eindeutig zu erklären, warum. Sie sind hier unerwünscht. “Bären und Wölfe müssen leider draußen bleiben!“.
Nur schade, dass diese Tiere weder Grenzsteine noch Schilder lesen können. Was, wenn Bruno nun Brunhilde und Bernd folgen?! Werden alle folgenden Bären das gleiche Schicksal erleiden müssen?! Warum setzt man finnische Spezialhunde ein, die sich hier die Lunge aus dem Leib hecheln müssen, weil Deutschland kurzzeitig der subtropischen Klimazone angegliedert wurde, wenn man den Bären doch eigentlich nur erschießen will?! Wozu all die Inszenierung?!
Oder scheint es nur paradox, dass der Bär wenige Sekunden nach Aushebung des Abschussverbotes erlegt wurde. Der “dreiste” Bruno, der vier oder noch mehr Wochen “entkam”, “entwischte”. Ob jemals die Absicht bestand, Bruno das Leben zu retten, um das derer, die er stets in Ruhe ließ präventiv zu schützen, kann wohl nicht geklärt werden. Es bleibt zumindest fraglich. Und Bruno bleibt tot. No-Go-Area umgedacht. Die Welt zu Gast bei Freunden!?