September 28th, 2006
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke Dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh’ ich oft lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!
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[j.w.v.goethe]
was lieb’ ich mir meinen Goethe für solche tollen Verse…
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September 23rd, 2006
Nur gut, dass wir jetzt groß sind und selbst entscheiden, was wir tun. -
Offensichtlich bist Du wohl noch nicht groß genug…
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September 23rd, 2006
Und auch der Herbst kann uns nichts anhaben. Wir harren aus. Suchen den blauen Himmel. Und halten uns fest. Warum sollte uns auch der Himmel auf den Kopf fallen. Legenden sind zum Glauben, Glück zum Festhalten da. Und wenn es sich sträubt, dann belauern wir es. Vielleicht geht es nicht ohn Tränen. Vor allem aber geht es nicht ohne Herz. LOGisch
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September 23rd, 2006
Heute ist Herbstanfang. Finde ich irgendwie gerade passend. Zwar versucht uns das Wetter darüber hinwegzutrösten, aber wir müssen uns wohl mit der Tatsache abfinden, dass es wieder dunkler wird, kälter. Ein paar bunte Blätter, Tod auf Raten, bevor wir wieder, dicker angezogen, als der Weihnachtsmann erlaubt, Lebkuchen und Glühwein in uns reinkippen. Und auf den Sommer warten.
Sie Sonne zieht sich zurück. Macht Winterschlaf. Lugt nur selten mal hervor. Manche werden eine Vermisstenanzeige nach ihr aufgeben. Es wird nicht helfen. Genauso wenig, wie bunte Wollschals die echte Kälte abhalten. Die, die von innen kommt. Und Sehnsucht heißt. Die Picknickdecke und der Bikini gehen in Streik, starren aus dem Fenster und verfluchen jeden einzelnen Regentropfen, auch wenn er sich als Schneeflocke verkleidet.
Wir verkriechen uns vor dem Fernsehr. Oder lesen Bücher. Werden melancholisch. Verbrauchen fünfmal mehr Tee als in den letzten Monaten. Tauschen komplett die Playlist für den mp3-Player. Schlafen länger und lachen kürzer. Doch das Leben hat Erbarmen mit uns - und verlängert den Sommer um mindestens ein Wochenende. Wir sollten es nicht enttäuschen.
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September 21st, 2006
Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traums.
[s. dalí]
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September 20th, 2006
Was ist nur die Liebe? -
Jetzt wurde schon soviel darüber geschrieben und Du weißt es immer noch nicht.
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September 18th, 2006
Ihr seid zwar sterblich, doch die Tatsache, dass ihr mit einem winzigen Hirn über die Ewigkeit nachdenken könnt oder über die Vergangenheit und daß ihr dadurch, mit dem begrenzten Raum und der begrenzten Zeit, die euch gegeben ist, so unermeßlich viel Raum und Zeit einnehmen könnt, darin besteht das Rätsel. Stück um Stück kolonisiert ihr, zumindest sofern ihr es wollt, Epoche und Erdteile. Ihr seid die einzigen Wesen im ganzen Universum, die dazu in der Lage sind, und das ausschließlich indem ihr denkt. Ewigkeit, Gott, Geschichte, das alles sind eure Erfindungen, es ist soviel, daß ihr euch darin verirrt. Alles ist echt und zugleich Illusion, damit läßt sich tatsächlich schwer leben.
[c.nooteboom]
Neues Lieblingsbuch verschlungen. Allerseelen von Cees Nooteboom. Soviel Poesie. Soviele merkenswerten Gedanken, Formulierungen. Ein Buch, dass man zweimal lesen muss. Mindestens. Da ist der Protagonist, der alles, was er liebt verloren hat und jetzt heimatlos geworden ist. Pendelt zwischen Berlin, Amsterdam, Madrid. Und der sich in der U-Bahn regelmäßig Familienmitglieder sucht. Mal einen Vater, mal eine Schwester. Mal einen Sohn. Weil seine Familie tot ist.
Und da sind seine Freunde. Künstler, Historiker. Niederländer und Deutsche. Die sich treffen, um die Einsamkeit zu vertreiben. Und ihre Gedanken auszutauschen. Über die Wende, über Berlin, über das Leben und über Wurst. Man liest gern mit ihnen mit. Lacht mit ihnen. Weint mit ihnen. Denkt mit ihnen. Als säße man dabei. Als wären sie alte Freunde. Okay, es “passiert” nicht viel. Aber es denkt sich viel. Und man verweilt. Schreibt mit. Liest nochmal. Und freut sich. Wie immer bei Cees Nooteboom. Und es ist mein Lieblingsbuch. Und eures?
Das gräßlich Sklavische von Spiegeln. Sie würden einen stets reflektieren, sogar wenn man, wie jetzt, überhaupt keine Lust dazu hatte.
[c. nooteboom]
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September 17th, 2006
Ich sollte das Rauchen anfangen. Habe festgestellt, dass ich in meinen Träumen häufig rauche. Freud ist mir leider nicht zeitgleich erschienen und hat das professionell aufgeklärt. Also wieder nur die eigenen Gedanken. Es ist wohl ein Versteckensproblem. Hinter dem Glimmstängel versteckt man sich, er ist eine zusätzliche Barriere zwischen einem selbst und dem Gesprächspartner. Und man kann sich an ihm festhalten. Auch der Rauch versteckt, verhüllt, distanziert. Leider sind die Zigaretten in meinen Träumen stets sehr schnell aufgeraucht. Zwei, drei Züge - et passé. Et maintenant? Die Klarheit darüber, dass der Schutz nur von kurzer Dauer ist. Dass ich immer wieder verletzlich bin. Dass letztlich kein Rauch und auch kein Wort hilft. Denn sie wahren nur den Schein - doch was trifft, das trifft.
Vielleicht sollte ich das Rauchen anfangen und es versuchen. Verstecken. Und doch wahrgenommen werden. Geliebt und doch unverstanden bleiben. Außer von einigen wenigen, der kleinen handvoll Eingeschworener. So sollte es sein. Dorch gerade die, die nah sein sollten, sind häufig genug fern. Driften weg. Und es tut dreifach weh, von ihnen geliebt und unverstanden zu sein. Verstehen sie mich denn jemals wirklich? Lasse ich es realistischerweise überhaupt zu? Ansonsten muss ich wohl Einzelkämpfer bleiben.
Ich sollte wohl das Rauchen anfangen. Einfach, um beschäftigt zu sein. Oder mein Gehirn verkalken zu lassen. Damit solche Gedanken keinen Weg mehr zu mir finden. Schließlich liegt alles allein in mir. Diese einsame Wohnung macht mich noch einsamer, small-talk macht mich krank.
Ich sollte das Rauchen anfangen. Dann kann ich schweigend vor mich hin paffen, während die anderen schnattern. Kann mit meiner Zigarette korrespondieren. Sie mir ganz nah kommen lassen. An die Lippen. In die Lunge. Über die Seele. Sie einatmen und, egal wo, immer ein Stück Identität in der Hand halten. Meine Zigarette und ich. Die Einsamkeit ertragen. Oder besser: sie in den Himmel aufsteigen lassen und sie dann für eine Weile vergessen. Mit Nikotin im Blut lebt sich’s auch.
Besser?
Ich werde das Rauchen bleiben lassen.
Meine Seele ist verschleiert genug
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niedergeschrieben bereits anfang juli.
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September 4th, 2006
Ganz leise, bitte. Nicht doch auf dieses Dielenbrett treten. Das quietscht ja fürchterlich. Am besten, Sie bleiben im Türrahmen stehen. Denn dieses Blog hier befindet sich mitten in seinem tarifvertraglich zugesicherten Jahresurlaub. Sehen Sie nicht den verträumten Ausdruck auf seinem Gesicht? Er wird wohl seine 14 Tage auskosten und keinen Mucks von sich geben. Nicht einmal einen winzig Kleinen.
Er weigert sich einfach, neue Einträge anzuzeigen. Er verschluckt sie einfach. Ob er sie nach 14 Tagen wieder ausspuckt, kann man nie wissen. Deswegen ist die Blogbesitzerin auch nicht da. Sie geht derweil die Sonne suchen, denn in Deutschland wird sie nicht mehr so recht gesichtet. Ein heißer Tipp kam aus Griechenland. Also wird man die Sonne dort suchen und viele schöne schriftliche und bildliche Eindrücke mitbringen. Die zieren dann auch den hoffentlich wieder arbeitswilligen Blog.
Sie können sich natürlich leise umsehen. Aber stören Sie den Blog nicht. Dann wird er wütend. Und verschluckt auch Ihre Kommentare und Gästebucheinträge - und tut dann so, als sei der Spamschutz-Code Schuld. Aber wenn man ihn nicht aus seiner Hollywoodschaukel schubbst oder seinen Cocktail leer trinkt, ist er eigentlich recht umgänglich. Ach ja, er ist auch kitzlig. Ja, genau dort. Probieren Sie lieber nicht, wie er darauf reagiert. Und jetzt Ruhe…
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September 2nd, 2006
Wer auch immer den Sommer heute früh gefunden und wieder geweckt hat. Tausend Dank dafür. Und bitte schön festhalten über Deutschland.
Man sollte wieder mal spazierengehn.
Das Blau und Grün und rot ist ganz verblichen.
Der Lenz ist da! Die Welt wird frisch gestrichen!
Die Menschen lächeln, bis sie sich verstehn.
[E. Kästner]
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