gesammeltes unwichtiges

November 30th, 2006

Meine Stimme ist also genau 2,50 Euro wert. Zumindest, wenn ich sie mit Hilfe eines Kreuzes manifestiere. Der Wert entsteht jedoch nur der gewählten Partei. Ob das jetzt noch ein zusätzlicher Grund ist, nicht zu wählen, weiß ich nicht.


Allen Carr, DER Kämpfer gegen den Zigarettenrauch, starb an Lungenkrebs.
Das sind also Murphys Gesetze. Arthur Lydiard, der Erfinder des Joggens, der viele Herzpatienten therapierte, starb am 11. Dezember 2004 an einem Herzinfarkt.


Und beim jetzigen Wetter ist es doch beruhigend zu wissen, dass die LKW-Fahrer auf den Antillen immer Schneeketten dabei haben müssen,

So schön komisch ist die Welt manchmal. Aber ich habe jetzt wenigstens wieder schön eingefärbte Haare. Jaja. Wie schön. Die EU behandelt alle Mitgliedsländer gleich, da machen französische Überseegebiete keine Ausnahme. Ob die Schneekettenlobby dahinter steckt?

Ab 4. Dezember gibt es zudem noch mehr Drogen für wissensdurstige Kopfhöreraffine : DPlus. Der Dokumentationskanal von Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur. Ja, da lohnt es sich, noch ein Lächeln mehr in die absolut eingemilchte Welt zu schicken.

zwischen den zeiten

November 29th, 2006

Man hat schon ein komisches Gefühl, wenn man aus dem Casino Royale - ähm - Kino kommt. Da ist ein James Bond, der gleichzeitig der älteste und der jüngste ist. Weil er angeblich vor allen anderen Bonds spielt, man erfährt, wie 007 seinen Doppelnullstatus erhält, dass es ihm zunächst egal ist, wie er seinen Martini bekommt (”Sehe ich aus wie jemanden, den das interessiert?”) und den Grund, warum er Frauen später lieber nur für eine Nacht, statt für ein ganzes Leben haben mag.

Aber gleichzeitig ist das neuste Computertechnologie, ein UMTS.Ortungssystem fürs Handy, eine weibliche “M” à la Pierce Brosnan, nicht männlich à la Roger Moore, ein beendeter kalter Krieg und ein Leben mit dem Terror.Vorwärts, rückwärts. Den ganzen Film quält sich mein Geist über diese schier unüberbrückbar klaffende Lücke. Hat es tatsächlich keinen der Macher gestört, dass der erste Bond nicht im Jahre 2006 spielen kann?

Und überhaupt. Da ist eine Frau. Anfangs sehr störrisch, später nahezu willig. Da ist ein Hin und Her. Der erpresst den, die kauft den frei, der deckt den, arbeitet aber mit dem zusammen. Natürlich ist das für Geheimtheorienwitterer ein gefundenes Fressen. Wer war nun böser, wer ist der Oberhandlanger und warum lässt sich Vesper Lynd von ihrem Held nicht retten?

Es mutet abseits der Actionstory schon traurig an, dass sie dem tollen Bond dreimal das Leben retten muss (und somit alle weiteren Bondabenteuer, die uns schon so weit weg erscheinen, überhaupt erst ermöglicht…) und er ihr nicht ein einziges Mal das Leben retten kann. Andererseits ist das, angesichts der späteren Verhaltensweisen Bonds, ein notweniger Fakt, dass seine große Liebe sterben muss.

Aber so ein trotteliger, unmisstrauischer Bond ist wirklich gefährlich. Man fragt sich insgeheim, wie M auf die absurde Idee kommen konnte, diesen tappsigen Agenten zum Doppelnullagenten zu befördern. Und trotzdem kommt er durch das Abenteuer. Schnappt die Drahtzieher der Drahtzieher der Drahtzieher. Mit mehr Glück als Verstand, das Grundgerüst der Handlung bleibt wie immer gleich. Viel Action, ein unsympathischer Bösewicht, der Blut weinen kann, und ein James Bond, der mit offenen Karten spielt und trotzdem alles gewinnt.

Nur sein Herz verliert er in diesem Film. Und wenigstens dieser Aspekt des Films erweist sich als fehlendes Puzzleteil im Bild der alten Bondfilme. Warum kann sich Bond nicht binden- das ist am Ende des Films auch klar. Und solange braucht man auch in etwa, um sich an den Anblick eines 007 zu gewöhnen, der überhaupt nicht so recht gentlemanlike daherkommt - selbst wenn er sich in Anzug und Hemd zwängt.

Trotz der Schere im Kopf ein interessanteres und sehenswerteres Kinoerlebnis als zu Beginn befürchtet. Durchaus weiter empfehlenswert.

wörter der woche

November 24th, 2006

sind auf jeden Fall: Schnittstellenmanager, ein politikwissenschaftlicher Euphemismus für die allseits bekannten Lobbyismus im politischen Tagesgeschäft, von denen es in Deutschland vor allem rauchende gibt…

und: Polytoxikomane, ein polizeilicher Begriff für Personen, die bei Parties mehrere verschiedene Drogen einwerfen. Ob hier die Betonung auf Toxik oder auf Koma liegt, ist mir leider nicht bekannt.

die spinne

November 18th, 2006

Sie zappelt
sie krabbelt
kein vorwärts
kein rückwärts
gefangen, gehangen

Sie flucht
sie sucht
einen Ausweg
einen Rettungssteg
vergeben, festkleben

Sie fleht
sie steht
im Spinnennetz
das Grundgesetz
gefangen, gehangen

Sie weint
sie erscheint
eigener Feind
eigenes Leid
eigenes Netz
eigenes Gesetz
eigener Kleber
eigener Weber
falscher Schritt
falscher Tritt
festkleben
entleben
aufgeben

Sie rettet sich nicht
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(C) lebenslinien, 18.november.2oo6

vom niesen

November 16th, 2006

Gestern bin ich an einer Dame vorbei gekommen, die ganz leise geniest hat. Sie musste leise niesen, denn wir befanden uns in einer Buchhandlung. Aber es schien nicht, als habe es sie angestrengt. Das habe ich bewundert.

Ich kann nicht leise niesen. Es geht einfach nicht. Jede nur denkbare kosmische Energie scheint sich mit meinem Niesen in die Welt zu verteilen. So klingt es zumindest. Das ist nicht angenehm. Deswegen habe ich mir angewöhnt, wie das wohl die meisten Menschen tun, die nicht mit dem Segen des Leise-Niesens ausgestattet wurden, mir die Nase einfach zuzuhalten. Künstliches Leise-Niesen also.

Aber nein, auch das scheint von der Gesellschaft nicht legitimiert. Jeder Zweite, der mich beim “mit-zugehaltener-Nase-Niesen” antrifft, erhebt sofort seinen “das-ist-aber-medizinisch-und-gesundheitlich- totaaaaal-verwerflich-Zeigefinger” und hält mir einen 20-minütigen Vortrag über die Risiken und Nebenwirkungen dieser Schallschutzmethode. Jetzt ist man als Laut-Nieser in der Zwickmühle. Umwelt schädigen - oder sich selbst.

Ich fühle mich bisher vom künstlich erzeugten Leise-Niesen meinerseits nicht beeinträchtigt. Weswegen ich einfach weiter so verfahre. Schließlich ist das Problem noch ein ganz anderes: Wieviel Selbstüberschätzung gehört schließlich dazu, zu glauben, die Welt wolle etwas von den eigenen Nasenbakterien abhaben?

Was das Problem in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Alle Leise-Nieser sind gesellschaftsgefährdend und unsozial. Jawohl. Weil sie völlig ungeniert ihre Bakterien in der Welt verteilen und die Menschen in ihrer Umgebung aktiv schädigen. Und sie niesen deshalb leise, weil sie denken, dass es keiner merkt. Nun ja, Rauchen funktioniert bekanntlich auch geräuschlos.

antonyme begriffskonstruktionen

November 14th, 2006

Die deutsche Sprache wird langsam so verrückt. Jetzt kann man schon Sozialmanagement studieren. Also meiner Meinung nach lassen sich diese Begriffe überhaupt nicht vereinen. Das ist genauso schizophren wie das Institut für chemische Ökologie

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Recht hat er.

der illustrierten-onkel

November 9th, 2006

Jeder fünfte Ostdeutsche liest seine Illustrierte, sie ist sogar in jedem zweiten ostdeutschen Haushalt zu finden und erreicht letztlich 3,3 Millionen Leser. Doch wenn man Jochen Wolff, den Chefredakteur der SUPERillu, bei der öffentlichen Vortragsreihe im Zeitgeschichtlichen Forum vor sich sitzen hat, dann erscheint er einem eher wie der nette Onkel von nebenan. Er hat nichts von der aalglatten Gewandheit seines Vorredners Ulrich Meyer, man glaubt ihm, was er sagt. Über die Ostdeutschen, über die Blattmache, über die Welt. Auch er spricht über das Oberthema Ethik im Journalismus.

So funktioniert die Mischung der SUPERillu. Es gibt aktuelle Themen, Promithemen und einen großen Ratgeberteil. Letzterer beschränkt sich nicht nur auf die neuste Kohl-, Sauerampfer- oder Sauerstoffdiäten, wie es die meisten Illustrierten tun, sondern deckt durchaus auch Auto, Computer, Recht und Garten ab. Aktuelle Themen werden natürlich stark personalisiert und sind sehr wohl auf den Durchschnittsleser abgestimmt. Fast jede Woche kann man einen Beitrag über Hartz IV Empfänger finden. Doch die Illustrierte zeigt ein ganz anderes Selbstbild. Da jammert niemand, da fahren Menschen 1000 Kilometer, um an ihren Arbeitsplatz zu kommen, bekommen einen neuen Arbeitsplatz, obwohl sie über 50 sind oder stellen solidarisch ihresgleichen ein. Gejammert wird in der SUPERillu jedenfalls nicht.

Und auch das liegt höchstwahrscheinlich an der onkelig-wohlmeinenden Einstellung Jochen Wolffs. “Die Ostdeutschen sind sehr flexibel, setzen sich durch und packen an”, weiß der in Bayern geborene aus seiner 15-jährigen Erfahrung mit SUPERillu. Zu hinterfragen bleibt dann jedoch, wieviel Ost diese Illustrierte sein muss. Natürlich verkauft sich SUPERillu quasi nur im Osten, was aber sehr wohl auch am Konzept des Blattes selbst liegt. Und so ist es nur verständlich, dass alte DDR-Stars wie Stumphi, Freudenberg und Co. sehr wohl weiterhin begleitet werden. Was aber ist mit den neuen Sternchen, die zwar in Ostdeutschland geboren sind, aber im vereinten Deutschland berühmt wurden. Denn auch Yvonne Catterfeld und Eva Padberg wird ein breiter Raum in der Illustrierten eingeräumt.

Die Stars, die das Konzept ermöglichen, wachsen also nach. Die Leser nicht. Denn DDR-Alltagsgeschichten, DDR-Stars, DDR-Vokabular, das alles ist bereits meiner Generation größtenteils fremd. Wir lesen sie anders. Uns fehlt der Blick und vielleicht auch die Ausdauer für die anscheinend immer gleichen Geschichten. Auch das weiß Wolff. Er sagt, jedes Blatt muss die Möglichkeit zu Profilveränderungen haben. “Sehen Sie, der stern hat auch 20 Jahre gebraucht, bis er politische Inhalte in seinem Blatt unterbrachte. Wir sind nicht einmal 20 Jahre alt. Deswegen kann ich nicht einschätzen, in welche Richtung sich SUPERillu genau entwickeln wird.”

“Natürlich können sie in den Ausgaben der vergangenen Jahre auch Beiträge finden, in denen wir einen Sachverhalt hochgedreht haben”, gibt Wolff zudem ehrlich zu. “Es gibt 4000 Zeitschriften auf dem Markt, ein guter Zeitschriftenhändler hat sicher so um die 800 verschiedene Formate ausliegen. Der Käufer trifft eine sekeundenschnelle Kaufentscheidung. Warum soll er ausgerechnet die SUPERillu kaufen?” Deswegen sind auch nur sympathisch lächelnde, beliebte Prominente (durchaus auch mal aus Westdeutschland. Denn natürlich haben auch Michael Schumacher und Co. in der Illustrierten Platz) auf dem Cover, wird ein Ratgeber- und Aktuelles Thema in einer Art Teaserleiste angepriesen. Schön bunt, viel Bild, wenig Text. Das typische Schaufensterprinzip. “Wir könnten niemalseine harte Geschichte auf dem Cover visualisieren. Einen weinenden Jungen mit dem Titel: ‘Auch mein Vater bekommt jetzt Hartz IV’, das können Sie dem Leser im spontanen Kaufimpuls nicht schmackhaft machen.” So einfach geht das, Herr Meyer.

Man mag dem Onkel seine handwerklichen “Verfehlungen” gar nicht so sehr übel nehmen. Und er betont ja wenig später auch: “Wir bei SUPERillu haben unseren eigenen Kodex. Wir achten beispielsweise das Carolinenurteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte. Auch eine detaillierte Schilderung der Taten des Angeklagten im Fall Stephanie, wie es etwa die BILD!-Zeitung seitenweise druckte, käme für uns nie in Frage.” Und das freut den idealistisch-brennenden Journalistikstudenten dann auch wieder - so es denn stimmt. Und die aktuelle Ausgabe, die zuhauf für die Zuhörer des Vortrages bereitlagen, macht dann auch einen ganz harmlosen Eindruck. Ohne Schmutz aus dem Promiprivatleben und mit sehr harmlosen, wohlmeinenden Personalgeschichten. Über Leute, die es geschafft haben. Denn das ist der Slogan der SUPERillu: “Zusammen sind wir SUPER.”

holz am kopf

November 6th, 2006

Jaja, ich beuge mich der Masse und beantworte die Stöckchenfrage: Voilà!

5 Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:
- einen Balkon in Leipzig
- besseres Zeitmanagement
- Geduld
- einen Gedanken-mal-ausschalt-Knopf
- die Kolumne bei der ZEIT

5 Dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:
- das Gen, viel zu oft unpünktlich zu sein
- schier unendlich lange Wach- und Schlafphasen, je nachdem, welche man gerade nicht gebrauchen kann
- ein StudiVZ-Profil
- einen putzmuffligen Mitbewohner :D - Wettergemütsanpassungsseele (wechselt bei Regen, Sonne oder Schnee die Farbe)

5 Dinge, die ich nicht habe, und auch nicht haben möchte:
- Pessimismus
- Handysocken
- BäFög (tz. Soll der Staat sein Geld doch behalten)
- ein Grundstück auf dem Mond
- (notorisches) Pech

5 Menschen, die dies noch nicht beantwortet haben, von denen ich mir das aber wünsche:

- Harald Martenstein
- Cees Nooteboom
- Harald Schmidt
- Rupert Everett
- Nora Tschirner

 

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Wo ist eigentlich die Kategorie, Dinge dich ich habe und auch gern behalten will? Als ob das nicht das Wichtigste wäre.

-eine große Büchersammlung
-eine große Disney-Filme-Sammlung
-eine handvoll sehr lieber Menschen an meiner Seite

-immer dann Glück, wenn ich es brauche
-eine extreme Vorliebe für schöne/poetischeWorte(konstruktionen)
-Sonne imHerzen
-ganz viele ganz großeTräume