spucke in großformat, animierte philosophen und kino von zuhause
April 10th, 2008Zurück in der Großstadt und die Uni ist noch nicht richtig wach. Zeit, um ins Kino zu gehen.Drei Tage, drei Kinos, drei Filme.
Montag, Passage-Kino: "Shine a light". Der große Martin Scorsese macht einen Film über die großen Rolling Stone. Der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale war wegen seiner Unbestimmtheit kritisiert worden. Er habe Stones-Fans keine neuen Erkenntnisse gebracht. Ich, als Stones-Gelegenheits-Hörer kann hinzufügen, das er auch für Nicht-Fans wenig Erkenntnisse bringt. Der Mitschnitt eines Benefizkonzertes in New York wird immer wieder mehr oder weniger elegant von alten Aufnahmen und Interviewsequenzen unterbrochen. Die Stones erzählen hier kleine Anekdoten, aber der Film erzählt nichts über die Band. Wo sie herkam, wer sie ist, wie sie wurde, was sie heute ist.
Genau genommen ist es nicht mal ein Stones-Film, sondern ein Film über Jagger (mit einem leicht penetranten Martin Scorsese in der größten Nebenrolle). Fast das gesamte Konzert über ist er im Bild. Die Nahaufnahmen aus allen Perspektiven, die Jagger selbst zuviel gewesen sein sollen, werden abgelöst von Jagger von vorn und Jagger von hinten. Nur in seinen Gesangspausen bekommt man auch mal uralt aussehenden, aber ordentlich rockenden Gitarristen Keith Richards und Ron Wood. Oder gar den ganz unbeteiligten Schlagzeuger Charlie Watts, der mit seinem großväterlichen Äußeren gar nicht recht zur Band zu gehören scheint. Auch in den eingespielten Sequenzen wird vor allem von und über den Frontmann erzählt.
Richtig viel Konzertfeeling kommt eigentlich nur bei den Duetts Jaggers mit Christina Aguilera, Jack White (The White Stripes) und Buddy Guy auf. Und wenn Keith Richards auch mal singen darf und zwei ältere Blues-Nummern zum Besten gibt. Hängen bleibt vom Film nicht viel, ein bisschen Atmosphäre, ein Fetzen Lied und viel herumfliegender Speichel in Riesenformat.
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